Die Brauerei Ulrich Martin aus Hausen bei Schonungen braut Bier. Ein “Spezial”. “Spezial” kann ja immer alles heißen. Daher muss die Flasche aushelfen bei der Beschreibung:
Spezial, das traditionelle Vollbier, handwerklich gebraut mit den besten Rohstoffen unserer fränkischen Heimat.
Früher bekannt unter „Kraftquell“.
Auch Vollbier kann vieles heißen. Wieder einmal geht als probieren über studieren.
Farbe: Eine satte, dunkle Bernsteinfarbe, beinahe schon rötlich. Außerdem naturtrüb. Hier darf die Hefe noch arbeiten. Sehr schön, da merkt man gleich das Fränkische.
Geruch: Ein intensiver Malzduft weht einem schon von weitem entgegen. Es riecht nach Röstmalz, wenn auch nicht nach Kaffee, sondern eher nach Schwarzbrot mit ein wenig Zartbitterschokolade. Dazu etwas Hopfenwürze.
Schaum: Feinporig innen, grobporig außen. Dazu stabil. Nichts auszusetzen an der stolzen Schaumkrone.
Einstieg: Nicht so viel Kohlensäure am Start, macht aber nichts, denn es macht den Antrunk schön weich. Es ist gleich spürbar, dass das ein reichhaltiges Biererlebnis wird. Etwas Malzsüße, sahnig-schokoladig, dazu Brot und sogar schon eine dezente Bittere.
Auf der Zunge: Sie hat etwas von Traubenschokolade, diese Süße. Dazu leicht nussig und schwer brotig. Könnte phasenweise als Bockbier durchgehen, schmeckt nur nicht so alkoholisch, dafür aber vollmundig. Vom Aroma her könnte man es mit einem Dunklen verwechseln. Nach hinten raus wird es zunehmend herber. Süße und Bittere sind hier nicht ganz ausgeglichen.
Abgang: Und da wird es mir im Abtrunk auch schon zu bitter. Diese Bittere bleibt dann, ob man es glaubt oder nicht, mit etwas Malzzucker im Hals kleben. Wirkt ein bisschen wie Porter mit Schuss. Gerade noch süffig genug, um weiter zu trinken.
Fazit: Na ja, es ist nicht so ganz meins, weil es zu viel Fokus auf das legt, was mir bei Bieren nicht so gefällt. Handwerklich kann man hier nicht meckern. Es ist dieses Mal eine ganz subjektive 6,5/10. Anderen könnte das Bier richtig gut gefallen. Ruhig mal ausprobieren. Oder wie die Flasche sagt: “Schad um jed’s des mer net trinkt!