Freiberger Erzgold Hell

Freiberger Erzgold Hell

von: Bierblog

erstellt am: 20.09.2026

Endlich mal wieder was aus der Region. Auch wenn ich keine großen Hoffnungen auf einen ganz besonderen Genuss hege, konnte ich doch eine Gratisprobe in hübscher Verpackung nicht einfach ablehnen. Freiberger hat jetzt also ein Helles und die Verpackung weiß auch etwas zu berichten:

Natürlich und unverfälscht, kein Schnickschnack, kein Übermaß - nur ehrlicher Geschmack, angenehm frisch, ausgewogen. Geboren aus dem Geschenk dieser Natur, gebraut mit Hingabe und Liebe zur Braukunst unserer Heimat.

So schmeckt Wertschätzung. So schmeckt Zufriedenheit. Nicht zu schwer, nicht zu bitter - sondern genau richtig.

Ein echtes Feierabendbier, für den Balkon, die Werkbank im Keller, die Runde mit Freunden oder Kollegen. Ein Bier für alle, die im Kleinen das Große sehen.

Wie (d)ein kleines Ritual. Wie ein stilles Nicken an dich selbst: Gut gemacht.

Große Worte, aber auch viel Werbe-Sprech. Oder hat schon mal jemand verfälschtes, unehrliches Bier getrunken?

Freiberger Erzgold Hell

Farbe: Sieht erstmal aus wie ein Helles. Eigentlich wie das [/freiberger-pils/]. Jedenfalls mindestens genauso gut filtriert. Optisch gibt es also nichts zu meckern.

Geruch: Es riecht ziemlich süß, ein bisschen nach Apfelmost. Ob da was bei der Gärung schiefgelaufen ist oder soll das so? Etwas Honig und Karamell sind auch dabei. Auf jeden Fall kein von Bayern inspiriertes Helles, sonst würde es wohl malzig-kerniger duften.

Schaum: Der war absolut in Ordnung für ein Bier dieser Kategorie. Weiß, feinporig, mehr oder weniger stabil.

Einstieg: Es schmeckt etwas nach Apfel. Nicht wie Essig oder so, aber hmm, vielleicht ist es ja oxidiert. Ist immerhin nur noch einen Monat haltbar. Relativ wenig Kohlensäure. Etwas brotiges Malz.

Auf der Zunge: Hier kommt auch etwas Hopfen dazu, leicht medizinisch und feinherb. In Bayern wäre das zu viel, aber in Sachsen geht das schon klar. Dennoch ist es für mich kein ganz ausgewogenes Verhältnis, dafür ist das Malz zu schwach ausgeprägt und das Bier zu schnell zu schal, so dass dann fast nur die Bittere im Mund verbleibt.

Abgang: Auch der Abtrunk kann nicht wirklich punkten. So richtig süffig ist es nicht, weil da einfach zu wenig ist, was es süffig wirken lassen könnte. Immerhin wird es nicht bitterer.

Fazit: Kommt mir vor wie das Freiberger Pils mit weniger Hopfen. Dazu hatte ich wohl etwas Pech mit der Flasche. Ich bin nicht wirklich zufrieden damit und mein Ritual wird es garantiert nicht. Biederer Durchschnitt. Immerhin leicht besser als das Pils. 5/10.

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