Mild & süffig - so steht es auf der Flasche. Ein Helles aus Bayern ist ja meistens eine sichere Sache. Dasselbe erhoffe ich mir natürlich heute auch.
Nach traditioneller Rezeptur untergärig gebraut, besticht Oberbräu Hell mit seinem mild-süffigen Geschmack.
Wird also zumindest kein fruchtiges Bier.
Farbe: Eine satte, goldgelbe Farbe. Dazu gänzlich filtriert. Ich finde ja auch naturtrübe Helle sympathisch, kann jedoch verstehen, dass viele Brauereien ihr Produkt gern glanzfein präsentieren.
Geruch: Riecht zunächst schön hopfig-würzig, erst danach malzig-brotig. Interessant, denn oft ist es eher umgekehrt.
Schaum: Für ein Helles eine wirklich stabile Schaumkrone, trotz Grobporigkeit.
Einstieg: Wie das prickelt! Geradezu erfrischend und nicht so hopfig wie im Duft. Eigentlich gar nicht hopfig, sondern nur malzig - bisher jedenfalls. Malzsüß, um mich präziser auszudrücken.
Auf der Zunge: Da ist ja doch etwas Hopfen. Einer, der sehr nach Kräutern schmeckt und durch den die Süße nicht mehr so penetrant ist. Dafür jetzt brotiger und geschmeidiger. Nicht vollkommen vollmundig, aber ein Helles darf ruhig ein eher schlankes Bier sein, oder?
Abgang: Der Hopfen wird nie wirklich bitter, er hinterlässt nur diese Kräuternote, die ich gern etwas schwächer ausgeprägt sehe. I’m all for the malt. Macht nix. Süffig ist es trotzdem.
Fazit: Und wieder mal ein sehr gutes Helles aus Bayern, das sich vor seinen Genrekollegen nicht zu verstecken braucht. Perfekt ist es nicht, doch trotzdem sehr gut. 8/10.