Raubritter Pils

Raubritter Pils

von: Bierblog

erstellt am: 23.05.2026

Ich glaube Sonnenbräu hatte ich noch nicht im Blog. Auf jeden Fall noch kein Raubritter Bier von dort. Ein Pils soll es sein und viel mehr wird quasi nicht verraten. Schauen wir als mal auf der Website der Brauerei vorbei. Dort gibt es noch so manch andere Sorte. Was wird zum Pils gesagt?

Nach alten Traditionen gebrautes Pils, wo der Hopfen nicht im Vordergrund steht sondern sich dezent im Abgang zu erkennen gibt.

  • Seidla (0,5 l)
  • 4,9 % vol
  • mit Bio Hopfen gebraut
  • nach alten Traditionen gebraut

Wenn der Hopfen nicht im Vordergrund steht, dann muss es sich um eine alte fränkische Tradition handeln. Die tschechischen (Aroma) und norddeutschen (Bitter) Pilsner legen den Fokus schon auf den jeweiligen Hopfen. Daher könnte mir die fränkische Pils-Variante eventuell sogar besser gefallen.

Raubritter Pils

Farbe: Farblich ist es jedenfalls ein traditionelles Pils. Goldgelb und sauber filtriert. Da gibt es nichts zu kritisieren.

Geruch: Riecht eher malzig-süßlich als hopfig. Sollte da Saazer Hopfen drin sein wie im tschechischen Original, dann wohl nicht viel. Macht nichts, ein fränkisches Helles trink ich gern, auch wenn es sich Pils nennt.

Schaum: Definitiv ein großes Lob für den feinporigen, superstabilen Schaum. Sieht richtig gut aus im Glas und das nicht nur dreißig Sekunden. Das dürften andere Pilsner gern auch schaffen.

Einstieg: Malzsüß und etwas säuerlich geht es los, eine gewisse Brotigkeit deutet sich bereits an, ebenso, dass Aromahopfen drin ist. Bitterkeit spüre ich hingegen noch keine.

Auf der Zunge: Der Hopfen ist schmeckbar und wirkt leicht blumig im Geschmack. Nicht aufdringlich, sondern eher dezent, wie auch der Rest des Bieres. Es gibt einen schlanken Malzkörper, d.h. so richtig vollmundig wird es nie. Trotzdem gefällig. Wirklich mehr wie ein fränkisches Helles, aber nicht ganz. Der Hopfen verhindert die Verwechslung.

Abgang: Bitter wird es nie, maximal feinherb, doch insgesamt liegt hier mehr Aroma- als Bitterhopfung vor. Wer ein süffiges Pils sucht, findet es hier. Lediglich ganz am Endes des Schlucks bildet sich eine etwas seltsame Geschmacksnote, die auch eine Alterungserscheinung sein könnte. Pils genießt man am besten frisch und ich bin etwas spät dran mit diesem Test.

Fazit: Mir gefällt’s und das kann nicht jedes Pils von sich behaupten. Die fränkischen sind seit jeher nicht so bitter und daher besser für mich geeignet als die nördlicheren Genrevertreter. Ein perfektes Bier haben wir hier zwar nicht und am Ende würde ich ein Bayerisch Hell immer diesem hier vorziehen, doch nichtsdestotrotz war das hier gut. 7,5/10.

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