“Weißenstädter Seezauber” - ein interessanter Name für ein Bier. Fragt man sich doch gleich, ob das Brauwasser wohl aus einem See stammt. Naturtrüb, kräftig und süffig soll es sein - dieser Gerstensaft aus Hermann’s Bierwerkstatt. Dahinter steckt die Brauerei Michael, tja und viel mehr finde ich nicht heraus, außer, dass es Bierseminare und Braukurse dort gibt. Sympathisch.
Farbe: Ein ganz Helles haben wir hier. Könnte von der Farbe her ein Pils sein. Dafür ist es allerdings wohl zu trüb, zumindest wenn man den Bodensatz der Flasche kräftig genug aufwirbelt.
Geruch: Spätestens beim Duft merkt man dann, dass wohl eher die typischen bayerischen Hellen Pate gestanden haben. Riecht malzig-süß und wie Brotteig. Den Hopfen finden nur die besten Spürnasen.
Schaum: Leider nicht allzu viel und auch nicht sonderlich stabil. Allerdings bin ich bei hellen Lagern darauf schon vorbereitet.
Einstieg: Nicht so süß wie ich nach dem Geruch zu urteilen gedacht hätte. Stattdessen eher säuerlich und brotig-würzig, dazu so ein leichter Kräuterhopfeneinschlag. Alles noch eher dezent.
Auf der Zunge: So in etwa bleibt es auch. Die Süße diverser bayerischer Heller erreicht es nie. Da ist es geschmacklich näher am Pils, ohne aber so bitter zu sein. Ein sehr schlankes Bier, das ich persönlich nicht als kräftig empfinde. Dafür kommt es zu unscheinbar daher, der Malzkörper ist zu schwach ausgeprägt. Die Hopfenwürze ist dafür die ganze Zeit spürbar - eine gute Aromahopfung.
Abgang: Etwas feinherb geht es den Hals runter. Süffig ist es schon - nichtsdestotrotz bleibt alles etwas nichtssagend.
Fazit: Ein Bier, das seine Stärken sicherlich an warmen Tagen besser ausspielen kann als an kalten. Ein bisschen zu zurückhaltend kommt dieses Bier daher. Es hätte von allem etwas mehr sein dürfen, um richtig stark abzuschneiden. 6,5/10.