Wieninger Zwickl

Wieninger Zwickl

von: Bierblog

erstellt am: 11.10.2026

Aller guten Dinge sind drei. Nach Teisendorfer Hell und Guidobald Dunkel dreht sich heute alles um das Zwickl aus der Wieninger Brauerei. Da die anderen Biere bislang sehr gut waren, erhoffe ich mir auch dieses Mal ein Spitzenbier. Hoffentlich erwarte ich nicht zu viel.

Einst wurde das Bier so genossen, wie es aus dem Lagerkeller kam: Unfiltriert, mit den natürlichen Trübstoffen der Hefe. Man nannte es Zwickl-Bier, weil der Braumeister im Lagerkeller direkt vom Zwickl-Hahn der Fässer seine Proben zapfte, um die Qualität zu prüfen.

So sprach es die Flasche. Ich bin nun ebenfalls hier, um die Qualität zu prüfen.

Wieninger Zwickl

Farbe: Ich konnte beim Eingießen schon sehen, wie sich die Hefepartikel lösten. Absolut blickdicht und farblich deutlich heller als auf dem Foto. Ein helles, naturtrübes Zwickl.

Geruch: Riecht malzaromatisch und hat eine Hopfenblume wie manches norddeutsches Pils. Ein bisschen streng. Außerdem verbirgt sich der Hefeduft nicht. So ganz leicht muffig wie im Keller.

Schaum: Erst kam wenig, dann stieg es schnell und wurde zu einer feinporigen, semi-stabilen Schaumkrone. Bleibt nicht ewig, verschwindet nicht sofort. Solide.

Einstieg: Malzig, doch hätte ich es mir noch malziger vorgestellt. Erinnert etwas an Bayerisch Hell. Die Hefe ist ganz leicht spürbar, der Hopfen ebenso. Fruchtig wird es deswegen nicht, dafür aber mit ein bisschen Kräutergeschmack.

Auf der Zunge: Etwas vollmundiger, doch nie komplett vollmundig, wenn auch das Malz jetzt deutlicher durchscheint. Der Hopfen nun feinherber unterwegs, die Hefe nur noch hintergründig, das Malz unterstreichend. Durch die leichte Bittere eher dem einen oder anderen stärker gehopften Lager ähnlich, als den bayerischen Hellen.

Abgang: Huh, zu medizinisch, zu bitter im Abtrunk. Das hätte etwas weniger Hopfen sein dürfen, dann wäre es süffiger gewesen.

Fazit: Kein schlechtes Zwickl, doch für mich landet es deutlich hinter den anderen bisher getesteten Wieninger Bieren. In Anbetracht der starken Konkurrenz im Kellerbier/Zwickl-Bereich ist es mir nicht süffig und vollmundig genug. Dafür sorgt der zu präsente Bitterhopfen. 6/10.

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